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LYRA Tonabnehmer

ETNA

LYRA Tonabnehmer ETNA

Wir dürfen vorstellen: das Lyra ETNA

Mit dem Lyra ATLAS hat Entwicklerlegende Jonathan Carr einen einzigartigen Tonabnehmer geschaffen, dessen Ruf nur noch von seinem Klang und der Komplexität der Konstruktion übertroffen wird: 
Ein einteiliger Titankorpus, keinerlei symmetrische Flächen und einige weitere ungewöhnliche Details verhelfen dem ATLAS zu einer sagenhaften Resonanzfreiheit und damit zu einem unglaublich natürlichen, klaren und gerade aufgrund seiner unerreichten Ausgewogenheit spektakulären Klang. Der Weg dahin ist gepflastert mit innovativen und kostenintensiven Spezialitäten – eine solche, bisher unerreichte Qualität ist nicht mit Massenfertigung und Standardmaterialien zu erzielen. Kommen wir zurück zur Eingangsfrage. Jonathan Carr, der Kopf hinter allen Lyra-Modellen, hat viel Zeit und Gehirnschmalz investiert, um dieses Erlebnis für noch mehr Musikenthusiasten und Vinylliebhaber zugänglich zu machen. Wie? Indem er die für das ATLAS entwickelten Technologien in eine andere, weniger zeit- und kostenintensive  Fertigungstechnik umsetzt, ohne dabei Kompromisse bei der Qualität einzugehen.

Keine Chance für Resonanzen

Die Energie, die an der Nadelspitze anliegt, fließt über den Nadelträger auch in den Tonabnehmer selbst – und dort wird sie an den Begrenzungsflächen reflektiert, was zu einem Echo-Effekt führt. Dabei verschmiert „alter“ Schall den „neuen“ Schall; Verzerrungen und falsches Timing sind die unvermeidbare Folge. Ein effizienter Weg, dies zu vermeiden, ist es, die in den Korpus des Tonabnehmers fließende Energie (bis zu 90% der an der Nadelspitze angeregten Energie!) mittels einer extrem rigiden und resonanzfreien Ableitung schnellstmöglich dorthin abzuleiten, wo sie nicht mehr weh tut.

Titan-T-Träger

Der einteilige, asymmetrische Titankorpus des ATLAS ist ein Wunder der Präzisionsmechanik und dementsprechend kostenintensiv in der Fertigung. Das Lyra ETNA übernimmt den Grundgedanken in Form eines kleineren, T-förmigen Korpus aus Titan, der wesentlich einfacher herzustellen ist, die grundlegende Funktion aber ebenso gut ausführt. Nur er hat Kontakt zu Headshell – so hat das ETNA eine minimierte Kontaktfläche, aus der auch ein höherer Anpressdruck pro Quadratmillimeter resultiert. Die erwähnten Resonanzen können also gar nicht anders, als schnell und ohne Schaden anzurichten in den Tonarm abzufließen. Ebenso hat der Titankorpus des ETNA keine symmetrischen Flächen. Bekleidet wird das ETNA von einer Hülle aus (aircraft-grade) Duraluminium 7075, das nicht lackiert sondern handpoliert und anodisiert wurde.

Interference Fit

Eine der cleversten Ideen bei der Konstruktion des ETNA ist es, den Titankorpus minimal zu groß für die Passung der Aliminiumhülle zu machen, und ihn dann mit Gewalt hineinzupressen. Dieser „Interference Fit“ bewirkt, dass beide Materialien kaum resonieren können; der Titankorpus, weil das Aluminium ihn zu sehr einzwängt, und die Aluminiumhülle, weil der Titankorpus ihm seine Energie quasi stiehlt. Genial, oder?

Da wirkt es fast schon selbstverständlich, dass Jonathan Carr sich sogar für die Schraublöcher etwas Besonderes einfallen ließ. Hier handelt es sich nämlich nicht um simple Schraublöcher im Korpus, sondern um (ebenfalls minimal zu große) Edelstahlhülsen, die zwar aus dem Aluminiumteil ragen, aber aufgrund dessen etwas größerer Aussparung nur Kontakt zum schnell ableitenden Titankorpus hat. So haben auch von außen kommende Resonanzen keine Chance!

Asymmetrie und Ableitungspfade – der heilige Gral?

Die Schraube des Magnetträgers sitzt im ETNA sehr weit vorne und etwas zur Seite versetzt, um sie aus dem primären, mechanischen Energieableitungspfad zu entfernen. Im Zentrum des T-förmigen Titankorpus, genau zwischen Schraube und Energieableitungspfad, sitzt eine weitere Besonderheit: Ein kleiner Bolzen aus Kupfer, viel weicher und schwerer als Titan und somit bestens in der Lage, mechanische Energie zu absorbieren. Natürlich wurde auch er im Interference Fit verpresst. 

Der Titankorpus selbst ist recht klein und hat so wenige parallele Flächen wie möglich. Von unten betrachtet hat er eine V-Form, von der Seite gesehen gebogen. So können keine stehenden Wellen im Korpus entstehen – der letzte Baustein im Carr’schen Konzept absoluter Resonanzminimierung. Natürlich verfügt auch das ETNA über die spätestens seit dem Lyra DELOS weltweit anerkannte „New Angle Suspension“, die die Veränderung von Compliance in alle Richtungen bei aufliegender Nadel kompensiert. So wird eines der Hauptprobleme vieler Tonabnehmersysteme ausgemerzt, das darin besteht, dass schon die normale Auflagekraft zu einer Lage- und damit Winkelveränderung der Signalspulen im magnetischen Feld führt. Dies hat negative Auswirkungen auf die Empfindlichkeit und Linearität der Spulen – nicht so bei den Lyra-Modellen DELOS, ATLAS und ETNA, denn erst wenn die Auflagekraft anliegt, sind ihre Signalspulen optimal im Magnetfeld ausgerichtet.

Mechanisches Wunderwerk – ein Resultat genialer Inspiration

Auch an die Praxis hat Lyra gedacht: Die wie bei allen Lyra-Modellen Platin-beschichteten Pins des ETNA können nicht oxidieren und bieten somit optimalen Kontakt für ein ganzes Tonabnehmerleben. Durch die ganz nach hinten durchgehende Form des Titanträgers musste das Anschlussfeld komplett neu gestaltet werden. Ein Glücksfall, denn nun kommen sich Platte und zu lange Anschlusskabel nicht mehr in die Quere. Insgesamt ist das ETNA etwas breiter als andere Tonabnehmer. Um den Nadelschutz nicht noch breiter zu machen (was an diversen Headshells zu Problemen führen könnte), wurde er so konstruiert, dass er auf die „Flügel“ des ETNA passt. Ein beiläufig entstehender Vorteil ist, dass das Headshell nun gleichsam als Führung für den Nadelschutz dient. Aus Unachtsamkeit abgebrochene Nadelträger gehören somit der Vergangenheit an! Und das ist auch gut so, denn um den diamantbestäubten Boron-Nadelträger des ETNA wäre es besonders schade. Er ist direkt mittels eines Messerkopf-Systems an das Titanteil montiert – hier bewegt sich nichts, wo sich nichts bewegen soll. Die Spulen selbst sind, wie im ATLAS , kreuzweise angeordnet.

Wie grundlegend Jonathan Carr und Lyra über Mechanik und Resonanzen nachgedacht haben, und wie bereit sie sind, neue Wege zu gehen, zeigt sich auch beim Magnetträger. Er besteht aus einer künstlich hergestellten Koralle, die teilweise aus echtem Korallengestein und teilweise aus Plastik gefertigt wird. Ihre Hybrid-Struktur beschert ihr auch ihre bedeutendste Eigenschaft; nämlich, dass sie quasi keine hat. Sie resoniert nur minimal, und wenn, dann weitestgehend willkürlich. Somit beeinflusst sie weder ihre Umgebung noch das Musiksignal mit einer eigenen Charakteristik, sondern belässt es ganz so, wie es sein soll – absolut unverfälscht.

All dies kommt einzig und allein der Reinheit und Unverzerrtheit des Musiksignals zugute – und man muss gehört haben, was der Einsatz dieser Technologien für die Musikwiedergabe in der Realität bedeutet, um zu verstehen, wie viel besser dieses Konzept klingt!

Technische Daten

Gewicht: 9,2 g

Empfohlene Auflagekraft: 1,68 – 1,78 g

Ausgangsspannung: 0,56 mV bei 5 cm/s

Nadelnachgiebigkeit: 12 mm/N

Systemimpedanz: 11 μH, 4,2 Ω

Abtastfähigkeit: 80 μm

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