|
|
|
|
Mono hören – aber richtig!
Wieso Mono? Es gibt zwei sehr vernünftige Gründe für Musik-Freunde, sogar in Zeiten von SACD und Surround einen Mono-Tonabnehmer zu kaufen:
Viele für Sammler wichtige LPs, insbesondere Produktionen der frühen Stereo-Ära, klingen in der ursprünglichen Einkanal-Version deutlich authentischer und packender als in der gezwungen wirkenden Zweikanal-Ausgabe. Ein sehr treffendes Beispiel ist das berühmte "Sgt. Pepper’s"-Album der Beatles: Gegenüber der musikalischen Ganzheitlichkeit der Mono-Variante wirkt die in "historischem" Ping-Pong-Stereo abgemischte Scheibe fast albern. Zudem dauerte die monophone Phase der Tonaufzeichnung länger an als die erst in den frühen Fünfzigern startende mehrkanalige. So finden sich weltweit in Second-Hand-Plattenläden unzählige Mono-LP-Schätze, deren im Vergleich zu Stereo-LPs vollkommen anderer Rillenschnitt aber auch etwas andere Tonabnehmer verlangt.
Weshalb nicht Stereo? Stereoabtaster sind für die Wiedergabe von echten Mono-Langspielplatten nicht geeignet. Dazu ein kleiner technisch-historischer Exkurs: Monophone LPs geben allein aus einer Seitenschrift heraus Toninformationen wieder. Die Rille einer Mono-Scheibe besitzt immer die gleiche Tiefe und Breite. Das einzige, was sich ändert, ist die Auslenkung der Rille von links nach rechts und umgekehrt. Im Gegensatz dazu ist die Rille einer Stereo-LP – betrachtet man diese von oben – quer nach unten geschnitten: Kanal A und B ziehen ihre Informationen aus einer um 45 Grad gedrehten Kombination von Seiten- und Tiefenschrift. Echte Mono-LPs fertigte die Musikindustrie bis in die späten Sechziger. Danach produzierte Mono-Schallplatten wurden leider nur noch mit monophon angesteuerten Stereo-Schneidköpfen hergestellt. Das ist insofern bedeutsam, als solche Plattenrillen kleinere Verrundungsradien besitzen, die lediglich für Stereo-Abtastnadeln (Radius: maximal 15 µm) gut geeignet sind. Authentische Mono-Rillen dagegen besitzen größere Verrundungsradien und sind nur in der Vertikalen moduliert. Das erklärt auch, warum viele Stereo-Diamanten völlig ungeeignet sind, das Klangpotential monophoner LPs sachgerecht auszuschöpfen: Ihre zu kleinen Abtaststifte taumeln durch die zu große Mono-Rille und verursachen somit unschöne Verzerrungen und Phasenverschiebungen.
Lyra Mono-Abtaster. Warum? Darum! Damit die Endeckungsfahrt durch das musikalische Abenteuerland Mono-Rille nicht zur Schlingertour gerät, sind Lyra-Mono-Systeme nicht nur mit passenden Nadeln ausgestattet. Der Clou ist die Anordnung der beiden Spulenträger, die in einem Winkel von 180 Grad zueinander parallel zur Plattenoberfläche liegen. Aus diesem Grund induzieren nur horizontale Bewegungen des Nadelträgers elektrische Spannung. Vertikale Bewegungen blendet der Generator durch diese spezielle Geometrie aus – egal, ob es sich um Signalanteile in Tiefenschrift oder um physikalische Defekte, sprich Kratzer handelt. Die Folge: Störgeräusche sind dramatisch reduziert, das Klangbild rastet hörbar ein und aufgrund der beseitigten Phasenproblematik tönt aus den Boxen ein unerhört dynamisches und beeindruckend bassintensives Klangbild – authentischer Mono-Klang eben.
|
|